Mittwoch, 22. März 2017

Versatile-Award

Moni hat mich für den "The Versatile Blogger Award" nominiert. Vielen lieben Dank an Dich, Moni!

Was ist der "The Versatile Blogger Award"?
Es geht darum, unbekannte Blogs etwas bekannter zu machen. Ähnlich dem "Liebster Award". Nur hier sind die Regeln etwas anders.

Zuerst einmal möchte ich euch die Regeln nennen. Diese sind ganz einfach.
1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
2. Verrate 7 Fakten über dich
3. Nominiere andere Blogger

1. Ich liebe Fahrrad fahren! Ich fahre, so lang ich denken kann. Na gut, nicht ganz. Ich war 3 oder 4 und wir haben mit dem Kindergarten einen Fahrradausflug gemacht. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut. (Vermutlich liebte ich das Fahrrad fahren damals auch schon so^^.) Und dann durfte ich nicht mit, weil ich noch Stützräder hatte. Ich war so dermaßen enttäuscht. Daheim wurden die Stützräder abmontiert und ich peste los. Am Ende der Straße, auf einem Wendeplatz, immer im Kreis rum. Mein Onkel rief mir noch nach, ich solle langsamer fahren. Prompt bin ich auch hingeflogen, aber ich habe tapfer die Zähne zusammen gebissen, bin wieder aufgestanden und weiter gepest. Ich spürte damals schon die Freiheit auf dem Fahrrad, die ich heute noch liebe. Dieser Rausch der Geschwindigkeit, wenn der Wind in die Haare fährt. Hach! ♥ Das ist für mich Glück. 
Als Kind bin ich öfter mal mit geschlossenen Augen und freihändig gefahren. Das habe ich noch nicht vielen Leuten erzählt. :) Ich wollte einfach wissen, wie gut ich es kann. Zum Glück ist nie etwas passiert! Den ein oder anderen Unfall hatte ich natürlich schon. Für mich gehört das aber dazu, wie wenn man auch mal mit den Inlinern auf die Nase fällt. War zum Glück natürlich nie was mit Autos, das ist eine andere Kategorie.
Das alles hat zur Folge, dass ich flott und sicher unterwegs bin und daher oft sehr angenervt, wenn jemand vor mir trödelt und mir den Weg versperrt. Ich glaube, vom Genervt-Faktor im Alltag ist das meine Top 1. 

2. Als Jugendliche wollte ich Chirurgin werden. (Aber die Noten...). Mein Onkel war Pathologe, das hat meine Fantasie beflügelt. Schon mit 14 habe ich mir allerhand Fachbücher über den Menschen ausgeliehen. Am Anfang habe ich mich immer unter großem Herzklopfen in die Sachbuchabteilung der Bücherei geschlichen, als in der Angst, gleich rausgeworfen zu werden. ;)
Medizin finde ich heute immer noch sehr spannend, ebenso wie Psychologie. Und am besten, beides in Kombination.

3. Ich sammel Bleistifte und Tassen. Mit den Tassen habe ich inzwischen leider das Problem, dass ich keinen Platz mehr in meinen Schränken habe. Daher habe ich mich in der letzten Zeit sehr zurück genommen. 
Bleistifte sind zum Glück nicht so sperrig. ;) 
Außerdem bin ich stolze Besitzerin von über 120 Aquarellbuntstiften (und noch jede Menge andere Stifte.)

4. Ich habe mal Latein und Alt-Griechisch gelernt. Wissen tu ich davon nichts mehr. Ich bin leider eh nicht mit einem Sprachtalent-Gen ausgestattet. 

5. Ich würde gerne mal in die Arktis. Diese endlosen Weiten. Ich würde auch mal gerne Eisbären in ihrem natürlichem Lebensumfeld sehen. Ich finde den Charakter von Eisbären einfach toll. Für mich sind sie wie Schutztiere, daher mag ich sie mir auch nicht im Zoo anschauen und daher sammel ich sie auch nicht (was aber immer alle Leute glauben.)^^
Mir ist natürlich bewusst, dass es für die Eisbären nicht gut ist, wenn die Leute dahin schippern. Deswegen wird dieser Wunsch wohl auch immer ein Traum bleiben.
Im Gegenteil, die "Arktis-Rundreisen" tragen zur Zerstörung des Eises bei. Durch die Wärme des Schiffes schmilzt zB das Eis oder die Eisberge sind Schwarz vom Ruß. Die Eisbären gewöhnen sich an den Menschen und kommen (unteranderem) deswegen immer weiter rein ins Inland. Ein Kreislauf. 

6. Ich komme nie zu spät. Ich bin immer schon 10 min zu früh dran. Aber ich mag das. Vor Ort nochmal Zeit zu haben, meine Gedanken zu sortieren. 
Ansonsten bin ich eher ein chaotischer Typ. 

7. Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch. Wenn jemand zB sagt:"Man, was für ein beschissenes Wetter!" Guck ich zum Himmel und sage:"Aber es regnet nicht." 
Ich mach das nicht absichtlich, nach dem Motto: Jetzt unbedingt was Gutes finden. 
Nein, ich sehe das Gute einfach. Und dafür bin ich echt dankbar. Denn so lässt sich der ganze Dreck doch leichter ertragen. 

Ich hoffe, die Fakten waren einigermaßen interessant für Euch. Auf jedenfall danke fürs Lesen. 
Ich gebe den Award dann mal weiter an:
Liebe Grüße
Lilly 

Montag, 20. März 2017

Evolution Teil 1 (von 3)


 Autor: Thomas Thiemeyer
Verlag: Arena
Seiten: 360


Jam und Lucie fliegen mit einer Gruppe zu einem Schüleraustausch in die USA.
Doch während des Fluges passiert etwas ungewöhnliches und danach ist die Welt für die Passagiere nicht mehr, wie sie einmal war. 
Als sie in Denver landen, erkennen sie den Airport und die Stadt nicht wieder. Alles ist von Pflanzen überwuchert und sie treffen keine Menschenseele. Als sie sich auf den Weg nach Antworten machen, werden sie plötzlich von den Tieren und der Natur angegriffen. Sie versuchen zu fliehen. 
Doch wohin, wenn plötzlich die ganze Welt gegen einen zu sein scheint?


Was für ein großartiges Buch! Die Geschichte wird so temporeich und spannend erzählt, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit und die Seiten dahin fliegen. 
Ich stehe Dystopien immer skeptisch gegenüber. Oft wird nicht erklärt, wie es zu der veränderten Welt gekommen sein soll. Das ist hier ganz anders. Sehr logisch und nachvollziehbar werden die Gründe erläutert, was das Ganze sehr echt wirken lässt.
Auch die Geschehnisse, die manchen aus der Gruppe treffen, sind schlüssig. Da hatte ich am Anfang meine Zweifel, aber es gelingt Thomas Thiemeyer erstaunlich gut, es nicht aufgesetzt wirken zu lassen. 

Die Charaktere sind vielfältig. Neben den beiden Sympathisanten Jem und Lucie gibt es auch den Antagonisten und den Nerd. Sympathisch finde ich ebenfalls, dass es so wohl deutlich positive Frauen (Mädchen)bilder gibt, als auch negative. 
Die Clique ist so bunt wie eine ganz normale Schuljahrgang.

Bedrückend ist, dass auch in einer komplett anderen Welt die Hautfarbe eine Rolle zu spielen scheint. Es wird nur angedeutet und ich denke, in Band 2 erfahre ich mehr. 
Tja, die Dummheit und Ignoranz scheint nicht auszusterben, so lange es Menschen gibt.

Ein wunderbares und intelligentes Buch, das ich nur weiter empfehlen kann. 
Von mir gibt es 4,5 💖💖💖💖💔.

Band 2: Evolution: Der Turm der Gefangenen 
(schon erschienen)
Band 3: Evolution: Die Quelle des Lebens 
(im Buch steht "ab Juni 2017", bei amazon gibt es dazu leider noch keine Auskunft)


Montagsfrage

Was war Dein letztes Re-Read?
 
Erst jetzt vor kurzem, zwischen den Jahren, habe ich nochmal Ronja Räubertochter gelesen. Mein Lieblingsbuch als Kind.Und ich fand es immer noch unglaublich toll. Hach, das tat so richtig gut.
Eigentlich lese ich nicht so oft ein Buch zweimal. Es sind wirklich nur sehr wenige Bücher, die ich mehmals lese. Aus dem einfachen Grund: *So viele tolle Bücher, so wenig Zeit*
Doch für dieses Jahr habe ich auf jeden Fall zwei Re-Reads geplant. Näcmlich "Harry Potter" und "Tintenherz". Und wo ich gerade so drüber nachdenke, auf "Herr der Diebe" hätte ich auch mal wieder Lust.
 
Lest Ihr Bücher doppelt und wenn ja, welches Buch war Euer letztes Re-Read?
Ich wünsche Euch eine tolle Woche! 
Eure Lilly 

Sonntag, 19. März 2017

Eierlikörtage

Autor: Hendrik Groen (Pseudonym für Peter de Smet)
Übersetzerin: Wibke Kuhn
Verlag: Piper
Seiten: 414

Hendrik Groen mag alt sein (83 1/4 um genau zu sein), aber er ist noch lange nicht tot. Zugegeben, seine täglichen Spaziergänge werden kürzer, weil die Beine nicht mehr recht wollen, und er muss regelmäßig zum Arzt. Aber deshalb nur noch Kaffee trinken, die Geranien anstarren und auf das Ende warten? Kommt nicht in Frage. Ganz im Gegenteil. 83,25 Jahre lang hat Hendrik immer nur Ja und Amen gesagt. Doch in diesem Jahr wird er ein Tagebuch führen und darin endlich alles rauslassen. Das ist richtig lustig und zugleich so herzzerreißend, dass wir Hendrik am Ende dieses Jahres nicht mehr aus unserem Leben lassen wollen. 


Das Buch wird damit beworben, dass es lustig sei. Man muss sich nur mal die ganzen Pressestimmen auf amazon durchlesen. Ich finde, auch das Cover und der Titel  vermitteln dies. Aber wenn es eines nicht ist, dann lustig. Klar gibt es lustige Situationen, aber in erster Linie ist das Buch doch sehr ernst. 
Hendrik Groen lebt im Altenheim und erzählt von dem eintönigem Alltag, den jammernden Mitbewohnern und der Direktorin, die in erster Linie die wirtschaftlichen Interessen im Sinn hat. 
Doch einen Freund hat er und als eine neue Bewohnerin einzieht, entwickelt sich eine Clique. Der "Alt-aber-nicht-tot-Club". 8 Leute, die alle Reih um einen Ausflug organisieren, der alle zwei Wochen statt findet. Das wird nicht nur von der Heimleitung kritisch beäugt. ("Sind Ihnen unsere Ausflüge nicht gut genug?!", "Schmeckt Ihnen mein Essen nicht, dass Sie sich für heute Abend abgemeldet haben?") Es gibt auch unter den Mitbewohnern genug Neider, die mit gehässigen Sprüchen nicht sparen. 
Aber nicht nur damit ist Hendrik gefordert. Nein, die Clique wird von verschiedenen Alterserkrankungen heimgesucht und sie versuchen, so gut es eben für jeden Einzelnen geht, für einander da zu sein und sich zu helfen. 
Hendrik selbst erkundigt sich, wie das mit der Sterbebegleitung funktioniert, für den Fall der Fälle und muss feststellen, dass es nicht so einfach ist, wie er dachte.


Ich tat mich erstmal ganz schön schwer, weil ich eben ein lustiges Buch erwartet habe. Und bis sich die Gruppe gegründet hat, fand ich es phasenweise ziemlich langatmig. Der ganze Trübsal eines staatlichen Altenheims.
Gegen Ende hin hat es dann aber doch an Fahrt zugelegt und ich war sehr berührt von all den Erlebnissen, Einschränkungen und Krankheiten, von all der Sorge die man im Alter hat.
ZB die immer wieder kehrende Frage, ob er in einem halben, in einem Jahr noch lebt. Kann er eine Reise buchen, wenn er nicht weiß, ob er in drei Monaten vielleicht schon tot ist? 
Man fragt sich zwangsläufig, wie es einem selbst im Alter ergehen wird.

Von mir bekommt das Buch 4 ♥ ♥ ♥ ♥.

7 Wochen ohne 3/7

Hallo Ihr Lieben, 

ich bin jetzt seit drei Wochen dabei, ohne Zucker und ohne Kohlenhydrate. Einmal habe ich gesündigt und ein Brötchen gegessen (und es in vollen Zügen genoßen). 
Es läuft total gut. Es ist irgendwie verrückt, aber ich fühle mich so leicht. Es ist schwer zu erklären. Zucker interessiert mich wirklich nicht mehr die Bohne. Mit Backwaren ist es nicht ganz so einfach, aber auf jedenfall schon besser. Süße Backwaren sind mir gleichgültig, aber zu Brötchen schiele ich noch hin. 
Total spannend ist, dass sich mein Geschmacl verändert hat. Es schmeckt wieder intensiver. Ich habe einen richtigen Hype auf alles, was Grün ist. Also wirklich von der Farbe her grün. Tomanten sprechen mich nicht so an, obwohl ich die schon sehr gerne esse. 
Und nebenbei habe ich vier Kilo angenommen, eigentlich ohne was dafür getan zu haben. Das finde ich immer wieder ab verblüffensten, wie diese Methode bei mir funktioniert. 

Samstag, 18. März 2017

blick-zurück 11/52

Samstagsplausch bei der lieben Andrea

Bei mir ist auch endlich der Frühling angekommen.

Drinnen und draußen.
Eine ganz liebe Freundin hat mir ein Päckchen mit Osterschmuck geschickt. Jetzt habe ich einen tollen Osterstrauch. Leider ist das Wetter heute zu schlecht, um davon ein hübsches Foto zu machen. Das wird nachgereicht.
Die Weidenkätzchen blühen und meine Neurodermitis daher auch.
Aber egal. Ich freu mich über den Frühling. 
Ich freu mich auch, dass ich nun bei Facebook bin. 
Jahrelang habe ich mich geweigert und ich steh dem auch immer noch skeptisch gegenüber. Aber andere Datenkracken wie google wissen vermutlich auch fast alles über mich. Jedenfalls freu ich mich, weil es dort so viele tolle Gruppen gibt. Und man mit berühmten Autoren einfach so plauschen kann. 😁
Die Vögel fangen an ihr Nest zu bauen. Ich weiß, es ist ein schlechtes Foto und man sieht nicht wirklich, dass er jede Menge Halme im Schnabel hat. Aber der Hund wollte nicht stehen bleiben, daher konnte ich nicht in Ruhe fotografieren. 
Ich will mein Nest auch schön machen. Nachher geht es ran an den Kleiderschrank. 
Der Hund hat immer mehr Vertrauen zu mir und das ist so wunderschön. Man erkennt daran, dass Geduld sich auszahlt. 
Richtig traurig gemacht hat mich, dass eine Bloggerin, mit der ich mich echt gut verstanden habe, ihren Blog auf Passwortgeschützt gestellt hat, ohne ein Wort zu mir zu sagen. Und da sie auch mehrmals zu mir gesagt hat, wie sehr sie sich freut, meine Bekanntschaft gemacht zu haben, war das Gefühl nicht nur eine Einbildung von mir. 
Ich finde das einfach total schade und auch blöd, wenn Internetbekanntschaften einfach verschwinden. Ich versuche zumindest, Internetbekanntschaften genau so ernst zu nehmen, wie reale Bekanntschaften. Man redet über so viel, vertraut sich so viel an und doch *zack* brechen manche die Beziehung einfach ab, als hätte man nie ein Wort miteinander gewechselt. 

Meinen ersten Verriss habe ich geschrieben. Das ist mir wirklich schwer gefallen. 
Und falls Ihr Lust habt, hier habe ich einen post mir Links rund ums Buch.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! 
Eure Lilly


Freitag, 17. März 2017

Klick mich

Mikka postet jeden Mittwoch Links, die sie in folgenden Zeit lesen will. Und Alex hat ihre monatliche Stöberrunde.
Ich finde das eine total schöne Idee, da man so auch mal andere Blogs kennen lernt. Daher will ich mich daran gerne beteiligen. Ich werde es vermutlich nicht jede Woche machen. Aber mal sehen...
Ich möchte Links posten, von Beiträgen, die mir gut gefallen haben.

Mikka erklärt, was der Deutsche Phantastik Preis ist.

Karin und der "Mut zu Niesche"

Blogger schenken Lesefreude zum Welttag des Buches.

Jule fragt, ob wir es uns beim Lesen zu leicht machen und spricht ein Thema an, das mir auch schon aufgefallen ist.

Alex hat eine tolle Rezi über das Buch Epidemie von Asa Ericsdotter geschrieben.

Anja hat eine sehr gute Rezension über das wichtige Buch "Der letzte Überlebende" von Sam Pivnik  geschrieben.

Tanjas Wolfsland hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochende,
Eure Lilly

Skywatch-Friday

Hey guys! 
It is Skywatch-Friday
The weather was great this week.

Here we have the sunrise.
 And the sunset.
I'm sorry to see so many cranes in my pictures, but I'm surrounded by them right now.

The spring comes. I'm looking forward!
I wish you all a nice week.
 

Donnerstag, 16. März 2017

Mach dich auf von Keri Smith

Bereitgestellt vom Antje Kunstmann Verlag. 
Vielen Dank dafür. 
Rezension
Autorin: Keri Smith
Übersetzerin: Astrid Gravert
Verlag: Kunstmann
Seiten: 176

Klappentext:
Mach dich auf, Tag für Tag, auf einen Weg, der kein Ziel hat, aber zu etwas führen wird.... Sich treiben lassen, die Bewegung genießen, die Umgebung aufmerksam wahrnehmen, sich auf sich selbst besinnen, tief durchatmen und sich einmal ausklinken aus den Anforderungen des Alltags. Auf diesen Weg führt dich die geheimnisvolle Organisation, der du in diesem Buch begegnest: JOINT THE WANDER SOCIETY!

Um was es eigentlich geht:
Es geht um die geheimnisumwobene "Wander Society", deren Mitglieder sich nicht kennen, sich nicht treffen, sich nicht outen. Sich aber durch verschiedene Zeichen gegenseitig auf sich aufmerksam machen. Ein Blitz in einem Kreis ist das Grundzeichen des WANDER SOCIETY.
Der amerikanische Dichter Walt Whitman wird fast als Gründer gefeiert. Dumm nur, dass er schon 1892 starb, während es die Wander Society erst seit 2011 gibt.
Man könnte sagen, dass es hier um Achtsamkeit geht, die aber sehr mystifiziert wird.
Am Ende gibt es noch ein Kapitel mit praktischen Tipps. Z.B. wie man ein Notizheft bastelt, sich einen Pulswärmer strickt oder sich ein Abzeichen mit einem Blitz bastelt.
In Fußnoten schreibt die Autorin Anmerkungen zu dem, wie sie das jeweilige selbst erlebt hat.

Meine Meinung:
Fangen wir mit dem Positiven an. Das Buch ist wunderschön gestaltet. Der gelbe Rand ist aus Leinen, das Papier scheint Umweltpapier zu sein. Es fühlt sich jedenfalls toll an. Und die Bilder im Buch sind wirklich schön.
Das war es dann auch leider schon, was ich an Positivem sagen kann.
Ich habe seit langem nicht mehr so ein schlechtes Buch gelesen. Dabei habe ich mich wirklich drauf gefreut, da ich viel spazieren gehe.
Das hier erscheint mir alles sehr sektenmäßig.
Ich will im Folgenden versuchen näher darauf einzugehen. 
Die Zitate stammen so aus dem Buch.

Wandern bedeutet hier im gegenwärtigen Moment zu sein, die alltägliche Probleme hinter dir zu lassen, aber auch "durch ein geheimes Tor in eine andere Bewusstseinsebene" zu treten. "Die Zeit fließt, dein Geist öffnet sich. Du bekommst eine Menge magischer Erfahrungen geschenkt - Erfahrungen, die nur für dich bestimmt sind." Es bedeutet, sich "der Gesellschaft zu widersetzen" und "die Welt zu retten". Okey...

Zwischen durch schreibt sie Sachen, die man eindeutig unter "achtsam sein" verbuchen kann und die wirklich schön sind. "Etwas bestimmtes zu suchen und etwas anderes zu finden . [...] Ein Buch, das im Regal neben dem steht, das du gesucht hast." Aber dann kommt sie wieder mit dem Mystischen. "Wandern verändert tatsächlich unser Bewusstsein. Wenn du kontinuierlich wanderst, wirst du irgendwann Zugang zu diesem erweiterten Bewusstseinszustand erlangen. Du wirst in der Lage sein, die Verbundenheit aller Lebenden zu erfahren." Sie meint hier scheinbar mehr als die normale Achtsamkeit. Sie redet vom "kosmischen Bewusstsein". "Oft wird das [Wandern] von einem "elektrischen" Gefühl begeleitet, als ob deine Moleküle mit höchster Frequenz schwingen. Vielleicht möchtest du am liebsten loslaufen und schreien." Verzeiht die unsachliche Bemerkung, aber ja, beim Lesen dieses Buches wollte ich ziemlich oft schreiend davon laufen.

Dann fordert sie einen auf, nicht mit anderen über das Wandern zu reden, wenn sie das nicht hören wollen, da viele dafür nicht offen seien.
Also ich habe mich immer wieder gefragt: Ist das in Amerika wirklich so ein großes Ding? Ich kam darauf, weil ich mal gelesen habe, dass man in Amerika komisch angesehen wird, wenn man zu Fuß läuft. Aber hier in Deutschland ist Wandern doch das normalste der Welt. Haben wir Europäer das nicht erfunden? ;)
Es ist doch auch völlig normal, dass man die Natur genau wahrnimmt, wenn man wandern geht. Ich war heute morgen im Wald. Der Frühling sprießt, die Vögel singen, die Sonne schien - natürlich habe ich Ruhe und Freude empfunden und Dankbarkeit, wie toll doch unsere Welt sein kann. Sie dagegen nennt meine gerade aufgezählten Sachen "Gipfelerlebnisse". Sie macht ein riesiges Ding aus den normalsten Sachen. Bzw diese ganze WanderSocity scheint ein riesiges Ding darauß zu machen.
Sie verteilen Zettel in der Stadt, um auf ihre Bewegung aufmerksam zu machen. Unter den praktischen Tipps wird auch erklärt, wie man selber so einen Zettelkasten baut.

Was mich ziemlich geärgert hat, dass sie alles Elektronische schlecht macht und dabei alle über einen Kamm schert.
Die Bewegung sei überhaupt erst als Gegenbewegung zu unsere Gesellschaft entstanden. Interessant, dass als berühmte Mitglieder aber lauter Tote aufgezählt werden. Aber dazu weiter unten mehr.      
Sie schreibt zB, wenn wir unsere freie Zeit mit Elektronik ausfüllen, werden wir nie unsere innere Stimme hören. 
"Wir erfahren nicht, wer wir sind, weil wir nicht hinhören." (S. 31)
Das ist doch totaler Blödsinn. Nur weil ich in den sozialen Medien unterwegs bin, heißt das noch lange nicht, dass ich den inneren Kontakt zu mir selbst verliere.

"Unsere Intuition sendet uns häufig Botschaften, die gesellschaftlichen Normen zu wiederlaufen. An einem heißen Tag sehnst du dich vielleicht danach, nackt in einem See zu baden. Solche Sehnsüchte werden dir verrückt und überspannt vorkommen."  
Auch hier denke ich: Wo liegt ihr Problem?! Also ich bin kein Nacktbader, aber frage mich trotzdem, warum das jemandem verrückt und überspannt vorkommen soll? Und kann dabei nur wieder denken: Ok, ist das wieder ein amerikanisches Problem? Dann frage ich mich aber, was wir in Deutschland mit dem Buch anfangen sollen? Ernsthaft.

Es folgt ein Kapitel, wie man die Geister anderer großer Wandere und Denker herbeirufen kann.... Ich sag generell nichts dagegen, wenn jemand daran glaubt. Aber dann soll das Buch doch bitte so gekennzeichnet sein. Wenn man den Klappentext liest, kommt man doch nicht drauf, dass es so dermaßen esoterisch ist.

Im Weiteren folgt eine Liste mit anderen Wanderern. Ich vermute mal, dass die meisten sich "bedanken" würden, ungefragt in diese WanderSociety aufgenommen worden zu sein. Aufgenommen wurde jeder großer Denker, der gerne spazieren gegangen ist. Bei Aristoteles angefangen, Ludwig Wittgenstein, Viginia Woolf, George Orwell, Charles Dickens, Oscar Wilde, Hermann Hesse usw. . 14 Seiten mit berühmten Namen. Das macht sich natürlich gut, sich mit diesen Namen zu schmücken. Mich dagegen macht es echt ärgerlich. Vielleicht ist es Keri Smith entgangen, dass es vor 110 Jahren noch keine Autos gab und man daher zwangsläufig viel laufen musste.
Nur die wenigstens der aufgezählten Persönlichkeiten leben noch. Und zumindest bei einem, nämlich bei dem Mönch Thich Nhat Hanh, kann ich sagen: Mrs Smith hat seine Werke nicht verstanden. Oder nicht gelesen.

Dann folgen ein paar Tipps zur Geheimhaltung. Denn "die Gesellschaft hat kein Verständnis". "Niemand braucht etwas über deine Wanderungen zu wissen." Man soll zB Kleidung in gedeckten Farben anziehen.
Darunter ist ein Zitat von Virgina Woolf gesetzt, aus ihrem Roman Mrs Dalloway, die sich am liebsten unsichtbar gemacht hätte. Wieder so was, was mich total ärgert, weil das Zitat völlig aus dem Kontext gerissen ist. Die Figuren in dem Roman haben nämlich eine Menge psychischer Probleme. Das hat doch überhaupt nichts mit dem Wandern zu tun, wenn sie sich unsichtbar machen will.

Ich kann hier nur ein Herz vergeben und das gilt allein der Aufmachung und Gestaltung des Buches. 
💖

Dienstag, 14. März 2017

Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen bei den Schlunzenbüchern.

Welches Buch liest Du gerade und auf welcher Seite bist Du
Ich habe Samstag Abend mit Erebos von Ursula Posnanzik angefangen und es ist so dermaßen spannend, dass ich schon auf Seite 350 (von 486) bin. 
Erebos ist ein Computerspiel, das mit einem spricht. Es wird auf der Schule rumgegeben. Wer einmal damit angefangen hat, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln total streng. Jeder hat nur eine Chance. Wer stirbt, ist draußen. Es darf auch mir niemand über das Spiel geredet werden. Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Nick ist auch von dem Spiel besessen - bis es ihn auffordert, einen Menschen umzubringen.  

Wie lautet der erste Satz auf Deiner aktuellen Seite?
"Irgendwann an diesem Nachmittag lief Nick im Schulhof der grüne Trenchcoat über den Weg."

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Es ist nun mein zweites Buch von Ursula Posnanzikund es ist einfach so genial. Es ist wirklich eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. 
Ich als alte Zockerin kann mich auch so dermaßen gut in das Buch hinein versetzen. Ich verstehe total die Gefühle der Jugendlichen und es hat mich öfter selbst in der Hand gekribbelt, das Spiel zu steuern. 
Ich kann das Buch wirklich von Herzen weiter empfehlen - auch wenn man selbst keine PC Spiele spielt. 
Es ist hoch spannend und die Protagonisten sind gut ausgearbeitet.

Cliffhanger, Happy End oder ein offenes Ende? Was magst Du lieber und warum?
Also was gar nicht geht, sind Cliffhanger. Das macht mich auch richtig aggressiv. Ich finde es richtig scheiße, den Leser zappeln zu lassen. Tintenherz Band 3 habe ich aus diesem Grund nicht mehr gelesen, weil ich nach Band 2 echt angefressen war. 
Ein Happy End brauche ich nicht zwangsläufig. Zwischendurch ist das mal schön, aber ich mag es nicht, wenn man quasie schon in der Mitte des Buches weiß, wie es ausgeht. Und manche Geschichte wäre schöner, ohne ein gezwungenes Happy End.
Bei einem offenen Ende bin ich zwar manchmal etwas grummelig, würde ich doch gerne wissen, was nun passiert. Aber seit ich in der letzten Zeit öfter mal ein gezwungenes Happs End hatte, ist mir ein offenes Ende zehnmal lieber. 

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und bin auf Eure Beiträge und Bücher gespannt.
Liebe Grüße
Lilly